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Vor über zehn Jahren haben sich die Bewohner einer WG die Frage gestellt, wie sich Recycling innovativer organisieren liesse. Angetrieben vom Anspruch, dass eben gewisse Dinge cleverer gelöst werden könnten, als alle bisher glaubten. Über die Jahre kamen immer mehr Menschen zu Mr. Green und wir sahen uns mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Denn der bunte Haufen von damals hatte sich zu einer Firma gewandelt. Zwar wollten wir bunt bleiben, doch wir wussten, ohne Struktur geht es nicht. Und so fragten wir uns, wie wir auch unsere Arbeit mit innovativen Ansätzen anreichern könnten. Dabei stiessen wir auf das Konzept von «New Work».

Die Idee von New Work geht auf Frithjof Bergmann, einen Sozialphilosophen, zurück. Ursprünglich als Arbeitsutopie gedacht, die sich radikal der Frage stellte: Wie müsste Arbeit aussehen, damit sie den Menschen Lebendigkeit gibt, anstatt sie ihnen zu nehmen? Im Kern ist die Antwort simpel, denn wenn Menschen das tun, was sie wirklich wollen, dann kann Arbeit erfüllen und Sinn geben. Das klang ganz nach unserer Vorstellung von Arbeit.

Von der Utopie zum Megatrend

Wir glaubten nie, das Rad der Arbeit für uns komplett neu zu erfinden. Doch wir waren überzeugt, dass Arbeit und Leben miteinander harmonieren müssen und wir einen Rahmen schaffen wollten, in dem sich alle auf ihre Weise entfalten können. Der gute Frithjof hatte bis zuletzt seine radikalen Ideen an der Realität geprüft und weiterentwickelt – populär und mehrheitsfähig machten die Idee jedoch andere.

Ein Teil seiner Utopie beinhaltete die Überwindung der Lohnarbeit, was auch wir uns zur Zeit noch nicht vorstellen können. Daher begannen sich findige Köpfe mit der Frage auseinanderzusetzen, wie sich die Idee Bergmanns auf Unternehmen ummünzen liesse. Denn auch Unternehmen haben grosses Interesse daran, das volle Potential ihrer Mitarbeiter auszuschöpfen. Gelingen kann das jedoch nur, wenn sie ihnen Raum zur Entfaltung geben und Unternehmenswerte schaffen, mit denen sich Mitarbeiter auch wirklich identifizieren können und für die es sich lohnt, die Extrameile zu gehen. Mittlerweile findet die Idee immer breiteren Anklang und manch eine könnte sich ein anderes Arbeitsmodell nicht mehr vorstellen. 

Alle flexibel und trotzdem am selben Tisch.

Neues braucht Zeit

Seit wir uns mit der Frage nach der Umsetzung dieses Konzepts einer neuen Arbeit auseinandersetzen, haben wir gelernt: so einfach geht es nicht. Wir alle haben als Kinder fleissig gelernt still zu sitzen, haben in der Stifti verstanden wie es halt läuft in der Arbeitswelt und dann als Angestellte unser «Arbeitnehmer*innen- Mindset» weiter ausgefeilt. Sich unter- über- und einordnen, ist in hierarchischen Strukturen das A und O. Dass nun aber in flächeren Hierarchien das A und O wieder den selben Stellenwert, wie die anderen Buchstaben des Alphabets haben, ist für Chef*innen genauso eine Herausforderung, wie für die Mitarbeiter*innen. Doch das Ablegen alter Muster geschieht eben nicht von heute auf morgen, weil wir uns als Menschen stets auf bisher Gelerntes stützen. Und so wurde uns klar, dass es eben alle braucht, für unsere ganz persönliche neue Arbeitsform bei Mr. Green. 

Augenhöhe, Verantwortung und ein Rahmen, der passt

Wir setzten uns Ziele, von denen wir glaubten, dass sie auch zu erreichen sind. Und verbanden sie mit Werten, die zwar schon da, aber zum Teil noch nicht ausgesprochen waren. Eines davon ist unser Credo der Augenhöhe. Bei Mr. Green kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen, da ist es wichtig, sich stets auf Augenhöhe zu begegnen und jeden Beitrag zum Gelingen unserer Mission, als gleich wichtig zu betrachten. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, doch auch diese müssen ab und an mal ausgesprochen werden. 

Kein Buch zu schade, um für eine Begegnung auf Augenhöhe zu sorgen.

Wir wollten mehr selbst entscheiden. Unser Chef ist toll, doch auch er ist nur ein Mensch und wir wollten in unseren Bereichen mehr selbst in die Hand nehmen. Und so gilt: wer selber entscheiden will, muss auch die Konsequenzen und die Verantwortung selber tragen, kann sich jedoch auch über gute Entscheidungen freuen. Das ist gleichermassen Lust wie Last, beflügelt unter dem Strich jedoch mehr, als dass es lähmt. 

Das geht jedoch nur, wenn auch der Rahmen stimmt. Denn nur eine lebendige Fehlerkultur ermöglicht es, Fehler zu machen und zünftig aus ihnen zu lernen. Das wichtigste dabei: Feedback. Wie leicht lässt es sich arbeiten, wenn jede weiss, woran sie bei den anderen ist. Wenn Fehler als Chance begriffen werden, dann kann sich jede*r sicher sein, dass keine halb garen Ideen den Laden verlassen. Denn Feedback bedeutet eben auch etwas zu sagen, sollte sich jemand mit seinen Ideen zünftig vertun. 

Am Anfang des Weges

Wir befinden uns noch auf den ersten Metern unserer Reise und lernen täglich einen gigantischen Haufen dazu. Doch wir sind überzeugt, dass sich unsere neue Art des Arbeitens auch positiv auf unsere Kund*innen auswirkt. Und so gehen wir Schritt für Schritt nach vorne, vielleicht auch mal einen zurück, doch immer mit dem Ziel vor Augen, nicht langweilig, unbeweglich und ängstlich zu werden. Klar, auch wir wissen nicht mit Sicherheit, ob am Ende alles gut wird. Aber das brauchen wir auch gar nicht zu wissen, denn das Gegenteil von Unsicherheit ist nicht Sicherheit, sondern Vertrauen.

Wir blicken nach vorne  – die Richtung stimmt.

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