Geheimnisvolle grüne Säcke in Uster gesichtet | MR. GREEN
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Initiierte die Partnerschaft mit Mr. Green bei der Stadt Uster: Markéta Bregenzer

«Auch Firmen profitieren vom Recycling-Angebot in Uster – denn in den Büros landet oftmals alles in einem einzigen Abfallkübel, obwohl die Mitarbeiter gerne recyceln würden.»

Plop. Hier ist einer. Plop. Und da noch einer.
Plop, plop. Und hier zwei weitere. Wie aus dem Nichts heraus tauchen sie jeweils mittwochs in den frühen Morgenstunden in Uster auf.

 

Während die Stadt noch den Schlaf der Gerechten schläft, markieren sie vor den Hauseingängen ihr Revier:
eine kleine Armee aus grünen Mr. Green-Bags. Allerdings ist ihre Herrschaft von kurzer Dauer. Schon pirscht sich ein Mr. Green-Fahrer an, schnappt sich die Säcke und bringt sie mit seinem Transporter zur Sortierstelle. Dort nimmt ihrerseits eine kleine Helfer-Armee die Bags in Empfang – und deren Inhalt auseinander: leere Shampooflaschen, Eisteeverpackungen, Bierdosen. Draussen, auf Usters Strassen, ist der Spuk inzwischen schon wieder vorbei. Doch die Eingeweihten wissen: In zwei Wochen tauchen die grünen Bags erneut auf – und es werden laufend mehr.

 

Angefangen hat das Recycling-Märchen vor zwei Jahren.
Damals beschloss Uster, seinen Einwohnern das Mr. Green-Abo als Teil des städtischen Entsorgungs-Angebots anzubieten. Seither ist die Anzahl der Ustermer Recycling-Helden stetig gestiegen; mittlerweile haben 250 Haushalte ein Abo gelöst. Der Sammeleifer der Ustermer freut Markéta Bregenzer, stellvertretende Leiterin Abfall und Umwelt der Stadt. Das Recycling-Angebot spreche ganz verschiedene Zielgruppen an, sagt Bregenzer. «Man kann damit Leute abholen, die keine Zeit investieren wollen, das Recyclingmaterial zurück zu den verschiedenen Sammelstellen zu bringen». Auch Firmen würden vom Angebot profitieren: «In den Büros landet oftmals alles in einem einzigen Abfallkübel, obwohl die Mitarbeiter gerne recyceln würden.» Schliesslich profitieren vom Angebot auch Menschen, die nicht mobil sind oder über 75 Jahre alt: Bei ihnen kommt die Stadt gar selber für das Abo auf. «Gerade der älteren Generation liegt es am Herzen, ihren Abfall richtig zu entsorgen», sagt Bregenzer.

 

«Wenn weniger Abfall verbrannt wird, ist das positiv.»
Eine Aussage, die Marlene Mantel wohl so unterschreiben würde. Die 76-Jährige erhält von der Stadt ein Mr. Green-Abo geschenkt und ist davon begeistert: «Ich finde das eine tolle Sache, die Freude macht», sagt sie. «Ich kann den Abfall schön sortieren, und der ist dann erst noch nützlich.» Auch ist es buchstäblich eine Erleichterung, wenn sie keine Gläser mehr zur Sammelstelle tragen muss: «Mit dem Alter mag man nicht mehr so viel tragen.»

 

Doch der grüne Superheld Mr. Green macht nicht nur die Kunden zu Umwelt-Helden.
Der Recycling-Service schafft auch Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen oder schwierigen Lebensläufen: Die Sortier-Helden sind es, die in den lokalen Werkhöfen die Eisteeverpackungen, Aludosen und Plastiksäcke trennen. Und weil das von Hand geschieht, liegt die Verwertungsquote bei über 95 Prozent. Damit landen weniger als 5 Prozent der Bag-Inhalte in der Verbrennung – ein Wert, der weit über demjenigen von unbewachten Sammelstellen liegt, wo es regelmässig zu Fehleinwürfen kommt.

 

Nach Uster bietet auch Schlieren das Mr. Green-Abo seinen Einwohnern als offizielle Dienstleistung an, vorerst testweise bis Mitte 2019.
Und wie Mr. Green-Mitbegründer Valentin Fisler verrät, interessieren sich bereits weitere Gemeinden für eine Zusammenarbeit. So dass die grünen Mr. Green-Bags wohl bald auch anderswo auftauchen – und sich das Recycling-Märchen landauf, landab, erneut abspielt.

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