Was geschieht eigentlich mit all dem von Ihnen gesammelten Plastik aus den Mr. Green Bags? Wir wollten uns das ganz genau ansehen und sind mit Kamera und Fragen im Gepäck nach Eschlikon im Thurgau zur Firma Inno Plastics gefahren. Zwischen gigantischen Stapeln aus Kunststoffballen haben wir einen strahlenden Markus Tonner getroffen. Seine grosse Leidenschaft gilt dem Kunststoffrecycling – Bester Mann also, um uns das Recycling zu erklären.


Auf dem Hof der Inno Plastics landet alles aus PE (Polyethylene) und PP (Polypropylene): Türme von Flaschen und anderen Verpackungen warten auf ihr Recycling. Sie gehören damit zu einer Minderheit in der Schweiz, denn noch immer wandern die meisten Kunststoffabfälle auf direktem Weg in die Flammen der Kehrichtverbrennung. So gehen sie als Ressource für immer verloren.

Etwas, was Markus Tonner nie verstehen konnte. Aufgewachsen auf einem Recyclinghof, war für ihn bereits als Kind Recycling und Kreislaufwirtschaft das normalste der Welt. Wieso nicht auch Kunststoffe recyceln, fragte er sich. Bei Inno Plastics fand er schliesslich den Arbeitgeber, bei dem er seine Leidenschaft ausleben kann.

Recycling geht nur sortenrein

Wichtigster Unterschied zwischen Abfällen und Rohstoffen und damit zwischen altmodischem Verbrennen und Kreislaufwirtschaft, ist die Sortenreinheit, erklärt uns Tonner. Nur wenn die Ballen auf dem Hof Material in guter und vor allem einheitlicher Qualität enthalten, kann daraus ein Recyclingkunststoff entstehen.

Die Sortierung der Kunststoffe wird von einer Partnerin aus der erweiterten Region übernommen. Dort werden sie mithilfe von Lasertechnik akribisch getrennt. So auch jedes Stück Plastik, das Sie in den Mr. Green Bag geworfen haben. Diese Türme bestehen also aus Abfällen, die, einmal sortiert, plötzlich wieder enorm an Wert gewinnen.

Wiederverwertung nach Rezept

Vom Hof geht es durch ein grosses Tor in eine feuchtheisse Halle. Darin stehen gigantische Maschinen, die ziemlich Lärm machen. Um uns herum wuseln die Gabelstapler geschäftig zwischen den aufgetürmten Ballen umher. Mittendrin steht Markus Tonner in leuchtorangener Jacke und erklärt uns begeistert die Vorgänge.

Die Ballen werden von den Staplerfahrer*innen auf dem Hof zusammengesucht und ähnlich einem Kochrezept in der richtigen Kombination in den Recyclingprozess gegeben. Das Rezept eines spezifischen Kunststoffes bleibt zwar immer gleich. Doch die jeweiligen sortenreinen Ballen enthalten unterschiedliche Gegenstände, Verpackungen oder Gebinde. So hängt das Gelingen des Recyclings von der Auswahl und der Kombination der richtigen Ballen ab. Auch Verschmutzung und unentdeckte Fremdstoffe können die Mischung beeinflussen. Da ist Erfahrung, Augenmass und Gefühl gefragt. Doch spätestens mit dem fertigen Regranulat ist die Zeit des Gefühls vorbei – es schlägt die Stunde der exakten Wissenschaft. Denn erst mit dem OK des Technikers aus dem Labor kann das Granulat für den Kunden freigegeben werden.

Passion für Kreisläufe

Markus kennt jede Einzelheit. Es gibt kaum eine Frage, die er nicht beantworten kann. Er ist mit Leib und Seele Plastik-Recycler und seine Begeisterung wirkt hoch ansteckend. Was wir aus der Begegnung mitnehmen, ist die Überzeugung, dass Kunststoffrecycling immer Sinn ergibt. Damit sind vielleicht keine exorbitanten Gewinne zu erwirtschaften – dass Kunststoffrecycling jedoch aus wirtschaftlicher Sicht rentiert, beweist die Inno Plastics schon länger.

Und ist die alte Denke des linearen Wirtschaftens erst einmal abgelegt, reibt man sich verwundert die Augen. Wieso sollte man Ressourcen verbrennen, wenn man sie auch einschmelzen, wieder verwenden und so in einem Kreislauf halten kann? Eben.

Wir sind glücklich, zusammen mit solch überzeugten Partnern an unserer gemeinsamen Vision einer Kreislaufwirtschaft zu arbeiten.

Wir sind auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft. Erfahren Sie hier mehr.

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